Zur Person Morita Shoma (Masatake)

Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Nervenarzt hatte Morita ein starkes Interesse am Buddhismus, das er sein Leben lang verfolgt hat: Schon als Knabe hatte Morita im Dorf-Tempel Zazen geübt. Als Mitglied einer Zengruppe nahm er an einem Sesshin im Engakuji (Kamakura) teil, zu der auch der Religionsphilosoph Nishida Kitarô und der Schriftsteller Natsume Sôseki gehörten. Im Engaku-ji hatte er in Shaku Sôen denselben Zen-Meister als persönlichen Lehrer, wie Suzuki Daisetsu: von ihm erhielt er sein persönliches Kôan und musste vor dem Meister im Dokusan erscheinen, um seine Antwort zu präsentieren. Außerdem hat Morita die Methode der Innenschau (naikanhô) von Zenmeister Hakuin praktiziert.

 

 

Morita und Zen

Morita im Alter von 62 Jahren

In seinen Eigenschaften und vor allem in seinen zahlreichen mündlichen Vorträgen pflegte Morita viele seiner Anschauungen durch Zen-Begriffe und Zen-Legenden oder Zen-Anekdoten zu erläutern. Dennoch war er bemüht, seine Therapieform in einem gewissen gedanklichen Abstand von Religion zu halten, denn was er hinsichtlich seiner Behandlungsmethode am meisten fürchtete, war die Auffassung „Medizin heißt, Krankheiten mit Medikamenten zu heilen; die Theorie von Morita ist aber Religion.“

Aus dieser Befürchtung, daß die Morita-Methode als unwissenschaftlich angesehen und als religiöse Praxis abgelehnt werde, haben Morita und seine Nachfolger die Parallelen der Therapie zur hoch angesehenen westlichen Medizin sehr betont und die Analogie zu Begriffen und Prozessen im Zen heruntergespielt.