Die Entwicklung

Die Morita-Therapie wurde in Deutschland bekannt durch eine posthume Publikation im Archiv der Psychiatrie 1940; durch einen Artikel von Kondo Akihisa in der „Psyche“. In jüngerer Zeit wurde eine Promotionstour von einer Gruppe japanischer Morita-Therapeuten unternommen, die in Freiburg, Heidelberg, Düsseldorf und Bremen die Möglichkeiten der Morita-Therapie aus ihren jeweiligen Erfahrungsbereichen vorstellten.

In den USA wurde die Morita-Therapie durch Psychiater bekannt gemacht, die im Weltkrieg in Japan stationiert waren. Auch Karen Horney, die nach den USA emigrierte deutsche Psychoanalytikerin, studierte 1952 auf Anregung des Zen-Philosophen D. T. Suzuki die Morita-Therapie in Japan.

In Australien hat sich Peggy Levine um die praktische Anwendung der Morita-Therapie im klinischen Alltag bemüht und darüber auf dem Internationalen Kongress in Melbourne berichtet.

In Deutschland haben sich seit vielen Jahren Prof. Wielandt Machleid (Hannover), Prof. Ellen Reinke (Bremen) und Dr. Lothar Katz (Seebruck, www.lotharkatz.de) sowie Dr. Walter Dmoch um die Einführung und Anwendung der Morita-Therapie bemüht.

Während Morita noch die unübersehbare geistige Verwandtschaft seiner Therapie mit dem Denken des Zen-Buddhismus eher verschleierte, könnte diese Geistesverwandtschaft heute eine Schiene sein, auf der westlichen Psychotherapeuten der Zugang zur Morita Therapie möglich wird. Wir erleben in den letzten 20 Jahren die dritte Welle der Hinwendung zu fernöstlichen Gedankengut insbesondere zum Zen-Buddhismus und gerade unter den analytisch orientierten Psychotherapeuten ist das Interesse am Zenbuddhismus sehr gewachsen. Das zeigt sich auch in differenzierten und kundigen Publikationen wie zum Beispiel die von Gerald Weischede und Ralf Zwiebel.

Für einen konstruktiven Dialog zwischen Zen und Psychoanalyse hat jüngst auch Lutz Leky geworben. Die Genannten tun dies aus ihrer eigenen Erfahrung der Zen-Schulung. Ihre Bemühungen beflügeln die Erwartungen an eine Implementierung der Morita-Therapie in das Spektrum der westlichen Psychotherapie.