Therapie-Methoden

Die Methoden der Morita-Therapie umfassen

Empathische Reduktion (fumon)

Die empathische Reduktion hat mittels konsequenter Vermeidung von Fragen nach Symptomen zum Ziel, die Aufmerksamkeit des Patienten von seinen diffusen, subjektiven Beschwerden und dem frustranen Kampf gegen diese abzuziehen und stattdessen auf konkrete Fakten, Handlungen und Bedürfnisse zu richten. Die Beschwerden wurden im Eingangsgespräch ausführlich erörtert, daher antwortet die therapeutische Person nur allgemein bestätigend, ohne weiter auf sie einzugehen. Stattdessen wechselt sie den Gesprächsfokus, läßt eine Pause (ma) entstehen oder bricht das Gespräch ab.
Die Grundhaltung ist: nicht auf symptomatische Besserung warten, sondern sofort und unmittelbar am Leben teilnehmen, ohne sich erneut in die Beobachtung und Bekämpfung der Symptome zu verstricken.

Verhaltens- und Tätigkeitsanregungen

Während der strikten Bettruhe als beschränkte sensorische Deprivation und soziale Isolierung soll es keinerlei Ablenkungen geben, damit der Hilfesuchende das Auftauchen seiner dysfunktionalen Phantasien und Zwangsgrübeleien beobachten kann. Während dieser Zeit beginnt er die Kommunikation mittels des Tagebuches, in das der Behandler auch ggf. Kommentare schreibt.

In den folgenden Phasen wird die hilfesuchende Person angeleitet, statt der neurotischen Grübeleien die Natur um sich und in sich genau zu beobachten; diese Haltung der sorgfältigen Wahrnehmung soll in die Phase der zunehmenden Tätigkeit fortgeführt werden.

Erfahrungslernen (taitoku)

Durch Erfahrungslernen (taitoku) soll der Patient alltägliche Aufgaben von leicht nach schwer zunehmender Belastung übernehmen und aus der Bereitschaft und Bewältigung dieser Aufgaben ein Bewußtsein seiner seelischen und körperlichen Kompetenz erfahren. Die therapeutische Person wird dazu klare Anweisungen geben und darauf achten, dass die notwendige Disziplin und die Vollständigkeit in der Erledigung der Aufgaben eingehalten werden.

Schrittweise zunehmende Belastung und Befähigung

Mit zunehmendem Grad der Belastung soll die Genesung voranschreiten. Deshalb soll die therapeutische Person praktische Fortschritte der hilfesuchenden Person unterstützen, indem sie die Fortschritte anerkennend hervorhebt, Grübeln über sich selbst jedoch zu unterbinden sucht.

Das sogenannte positive Denken, das eventuell nützlich sein könnte, wird als von geringem therapeutischem Wert erachtet: Es ist eben wiederum nur Denken, das sich nur im kognitiven Bereich abspielt und nicht in der konkreten praktischen Erfahrung besteht.
Wirkliche Stärkung der Motiviertheit entsteht vielmehr durch Erfahrung und praktische Erfolge. Aus diesen Erfahrungen heraus können die Kranken schließlich auch ursprünglich mit Angst besetzte Situationen meistern, realistische Ziele anstreben und verwirklichen.